UNTER BETONBÖDEN
Im Wald spazieren, sich zwischen Tannen und Sträuchern verstecken, vorbeistreifen, nass werden, Moos spüren, atmen – die kühle, feuchte Luft erfüllt meine Lunge im Morgentau. Ich gehe weiter, Harzduft, Waldluft. Wo geht es hin? Wo bin ich hier? Ich weiß es nicht, keine Orientierung mehr, kein Weg voran, kein Weg zurück. Alles ist Waldboden; wo hörst du auf? wo beginnst du wieder? überall verbunden, unter den Betonböden und Straßen, auf denen jetzt Häuser stehen und Autos fahren. Ja, verbunden sind sie. Einsinken ins Moos, ich möchte einsinken und hier noch eine Weile bleiben. Dann gehe ich wieder an deinen Rand, wo du nicht aufhörst, sondern verborgen weitergehst. Erinnere dich, Ich Teil der Natur. Erinnere dich, dich barfuß spüren. Erinnere dich, kühles Gesicht. Erinnere dich, dass du so vieles nicht benötigst und für dein Glück so vieles aufgeben könntest. Im Einklang leben. Erinnere dich, du bist verbunden – jetzt und immer – mit dem Moos unter den Betonböden.